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Bilanz der SG-Feuerwehr Hanstedt:

Anstrengendes Jahr 2006

Ein sehr anstrengendes Jahr 2006 liegt hinter den Feuerwehren der Samtgemeinde Hanstedt. Somit konnte der Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Hanstedt Klaus Stöckmann keine positive Bilanz über das Jahr 2006 gegenüber dem Jahr 2005 ziehen. So mußten die Feuerwehrfrauen und -männer in der Samtgemeinde Hanstedt zu insgesamt 376 Einsätzen ausrücken, die sich in 107 Brandeinsätze und 269 Hilfeleistungen aufteilten.
Dies ist ein Anstieg um 97 Einsätze gegenüber dem Jahr 2005 mit 279 Einsätzen. Zu dem Anstieg von Einsätzen kamen auch größere Schadenslagen hinzu.

Die größten Einsätze waren der große Dorfkrugbrand in Hanstedt am 21.02.2006, wobei insgesamt 16 Feuerwehren zum Einsatz kamen. Eine Explosion in einem Schierhorner Einfamilienhaus am 14.03.2007, wobei der Hund des Hauses nur noch tot von den Feuerwehrleuten geborgen werden konnte, sowie an demselben Tag der große Scheunenbrand in Quarrendorf, hielten die Feuerwehren auf Trapp. Dazu kamen noch ein Pferdestallbrand in Marxen sowie zwei Brände in Küchen.

An weiteren Bränden mussten 13-mal PKW-, LKW-, Holzrückemaschinenbrände sowie 13-mal Heide-, Busch-, Gras- und Stoppelbrände bekämpft werden. Hinzu kamen noch ein Müllcontainer-, sechs Brandsicherheitswachen bei Osterfeuern sowie eine Nachzündung eines Osterfeuers in Sahrendorf- Schätzendorf einen Monat nach Ostern und fünf Schornsteinbrände. 14 Einsätze fallen unter Fehl- und Blindealarme und 7 Einsätze unter Sonstige Brandeinsätze.
Dabei wurde eine Gesamtschadenssumme von 750.000 Euro berechnet. An erhaltenen Werten kamen insgesamt über 2 Millionen Euro zusammen.

Bei den technischen Hilfeleistungen galt es, 13 Personen aus Fahrzeugen nach Verkehrsunfällen zu retten. Hier stellte Stöckmann fest, daß 11 Personen gerettet und leider auch zwei Personen nur noch tot aus ihren Fahrzeugen befreit werden konnten. Bei fünf Einsätzen musste dem Rettungsdienst geholfen oder Türen geöffnet werden. Hier wurde leider eine Person nur noch tot hinter der verschlossenen Tür aufgefunden.

Die meisten Einsätze aber waren im vergangenen Jahr wetterbedingt. So waren insgesamt 119 Einsätze, die mit Wasser auf Straßen, Plätzen und in Gebäuden sowie Bäume auf Straßen zu tun hatten. Hierbei alleine schon 70 Einsätzen am 06.07.2006, in der Ortschaft Asendorf und Marxen, wo alles nach einem schweren Regenunwetter in der Jesteburger und Asendorfer Region unter Wasser stand.

Ganz im Zeichen der Tierrettung stand das Jahr 2006. Denn drei Mal mussten Katzen aus Bäumen geholt und drei Mal mussten Teichfische mit Sauerstoff und frischem Wasser versorgt werden. Ein weiteres Mal musste ein hochtragendes Schwein in einem unzugänglichen Waldstück bei Wesel gerettet werden. Dieses war mit weiteren Artgenossen aus einem Weseler Stall von Einbrechern raus gelassen worden. Der schlimmste Einsatz war aber ein umgestürzter Schweinelaster mit insgesamt 190 Schweinen an Bord auf der A7 zwischen Evendorf und Bispingen. Hier konnten nach schwerer Arbeit unter sengender Sonne leider nur noch 65 Schweine gerettet und 125 tot geborgen werden.

Eine große Anzahl stellt die Hilfe für andere Vereine dar, mit insgesamt 53 Mal. Des Weiteren wurden 18 Mal ausgelaufenes Öl und andere wassergefährdene Stoffe mit Bindemittel aufgenommen. Einmal gab es noch einen Alarm wegen einer defekten Gasleitung und einmal musste die Deichbereitschaft 3. nach Amt Neuhaus in den Landkreis Lüneburg ausrücken, um dort aufgeweichte Deiche zu sichern. Aus der Samtgemeinde Hanstedt sind hier die Wehren aus Thieshope, Marxen, Quarrendorf, Ollsen, Nindorf, Sahrendorf- Schätzendorf, Undeloh , Schierhorn, Dierkshausen und Asendorf mit Wehren aus der Samtgemeinde Salzhausen in der Deichbereitschaft 3. tätig.

Zum Personalbestand teilte Stöckmann mit, daß zurzeit 599 aktive Feuerwehrleute, wovon 52 Frauen sind, sowie 140 Jugendliche, davon 54 Mädchen, in den 15 Feuerwehren registriert sind. Dies ergibt eine Mitgliederzahl von insgesamt 739, die zum Vorjahr um 13 Mitglieder zugenommen hat.

Stöckmann betonte, daß diese Tatsache gegen den Trend auf Landesebene geht, wonach die Mitgliederzahlen sinken. Der leichte Anstieg der Aktiven Feuerwehrleute sowie bei den teilnehmenden Jugendlichen stimmte Klaus Stöckmann froh.

Zweimal wurden größere Alarmübungen durchgeführt und insgesamt 102 Lehrgänge konnten von Mitgliedern der Hanstedter Feuerwehren besucht werden. Bei den Anschaffungen der Dienst- und Schutzkleidung wurden 14.000 Euro ausgegeben. Eingenommen werden konnten dagegen 25.000 Euro durch kostenpflichtige Einsätze und das alte Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Asendorf konnte noch für 800 Euro verkauft werden.

Erfreulich war für den Gemeindebrandmeister Klaus Stöckmann die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges vom Typ TSF-W für die Ortsfeuerwehr Asendorf. Des Weiteren konnte der Einsatzleitwagen der Samtgemeinde Hanstedt modernisiert werden. Dazu konnte die Freiwillige Feuerwehr Hanstedt, nur aus Spendengeldern finanziert, eine Wärmebildkamera anschaffen, wofür sich der Gemeindebrandmeister Klaus Stöckmann bei allen Spendern recht herzlich bedankt.

Klaus Stöckmann bedankte sich ebenfalls beim Samtgemeinderat und den Politikern, die trotz leerer Kassen es immer wieder möglich machen, die notwendigsten Anschaffungen zur Sicherheit der 12.000 Einwohner der Samtgemeinde Hanstedt zu tätigen. Ein großer Dank galt auch dem Samtgemeindebürgermeister Volker Hintz für die gute Zusammenarbeit.
Aber auch die hervorragende Arbeit im Samtgemeindekommando mit seinen 40 Mitgliedern wurde von Stöckmann gelobt.
Bericht: Arne Behrens, SG-PW Hanstedt
Bild: Arne Behrens, SG-PW Hanstedt