Innenminister Uwe Schünemann bei der Feuerwehr
14.03.2009
Außergewöhnliche Gäste konnten am Mittwoch, den 11.03.2009 im Hanstedter Feuerwehrhaus begrüßt werden.
Ortsbrandmeister Carsten Röhrs, der stellvertretende Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Hanstedt Arne Behrens aus Brackel sowie der Kreisbrandmeister Dieter Reymers aus Nenndorf empfingen die Mitglieder des Innenarbeitskreises des Niedersächsischen Landtages mit dem Innenminister Uwe Schünemann an der Spitze. Dazu war der interessierte CDU- Bundestagsabgeordnete Michael Grosse- Brömer aus Brackel ebenfalls gekommen.
Die Mitglieder des Innenarbeitskreises der CDU / FDP- Fraktionen sowie der Innenminister Uwe Schünemann hatten sich durch die Organisation vom CDU- Landtagsabgeordneten und Mitglied des Innenarbeitskreises Andre Wiese aus Winsen zu einer zweitägigen Klausurtagung im Hotel Sellhorn in Hanstedt getroffen.
Während der Klausurtagung hatten sie dann die Gelegenheit, für knapp
2 Stunden zum Thema Feuerwehr, das Feuerwehrhaus Hanstedt, die Feuerwehren der Samtgemeinde Hanstedt sowie die Feuerwehren des Landkreises Harburg näher kennen zu lernen.
Nachdem die Innenausschussmitglieder samt Innenminister vom Tagungshotel Sellhorn mit Mannschaftstransportwagen zum Feuerwehrhaus Hanstedt gefahren wurden, wurden sie durch den Bürgermeister der Samtgemeinde Hanstedt Volker Hintz begrüßt. Nun hatten der Ortsbrandmeister Hanstedt Carsten Röhrs, der stellvertretende Gemeindebrandmeister Arne Behrens und der Kreisbrandmeister Dieter Reymers die Chance, den Gästen das Feuerwehrwesen vorzustellen. Aber auch die Probleme, die im ganzen Umfang die Feuerwehr beschäftigen und ihre Zukunftsvorstellungen wurden dem Ausschuss, bestehend aus 10 Personen, sowie dem Landtagsabgeordneten Grosse- Brömer, dargelegt und erklärt.
Hanstedts Ortsbrandmeister stellte die Feuerwehr Hanstedt dar, mit allen Aufgaben, die sie im Einsatzfall zu bewältigen hat sowie die von ihr zusätzlich geleistete Arbeit bei Übungen und dem von ihr ausgerichteten Hanstedter Feuerwehrmarsch, der der größte Feuerwehrmarsch in dieser Form in Deutschland ist.
Er zeigte aber auch auf, daß die Führung einer Feuerwehr mehr benötige und bedeute, als nur Einsätze zu lenken und abzuarbeiten. „ Heutzutage bedeute es
leider als Ortsbrandmeister, das man mehr Arbeit am Bürotisch zu erledigen hat als im
Feuerwehrhaus zu sein. Dieses belaste, neben der regulären Arbeit, doch sehr.
Auch gehöre die Aufgabe des Motivierens der eigenen Feuerwehrleute und vor allem der jüngeren Kameraden dazu, die ein Ortsbrandmeister sehr fordere.
Als letztes ging er auch auf das Thema der gesetzlichen Altersgrenze für Feuerwehrleute ein. Aktuell liegt diese bei 62 Jahren, doch einige Landkreise würden diese gerne auf 67 Jahre anheben. Er betonte jedoch, daß in den letzten Jahren nur wenige Feuerwehrleute, auch in seiner Feuerwehr Hanstedt, das Feuerwehrrentenalter mit 62 erreichen. Viele ältere Kameraden baten ihn schon früher, aus gesundheitlichen Problemen, vorzeitig in die Ehren- und Altersabteilung gehen zu können. Deshalb mache es keinen Sinn, über eine Anhebung der gesetzlichen Altersgrenze für Feuerwehrleute nachzudenken.
Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Arne Behrens verwies in seiner Rede auf die umfangreichen Aufgaben der 15 Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Hanstedt, die die zweitgrößte Flächengemeinde im Landkreis Harburg ist nach der Samtgemeinde Tostedt. Er erklärte den Gästen die besonderen Gefahrenschwerpunkte in der Samtgemeinde Hanstedt, und daß in den vergangenen Jahren immer wieder zwischen 220 und 380 Einsätze pro Jahr absolviert wurden. Aber er betonte auch, daß die Feuerwehren nicht nur Einsätze fahren, sondern auch das Gemeinschaftswesen in den dörflichen Strukturen fördern. So werden Festlichkeiten ausgerichtet oder geholfen, die Landschaft oder den Ort zu pflegen. Er ging darauf ein, wie wichtig der vorbeugende Brandschutz geworden ist und hier ganz speziell die Brandschutzerziehung durch Feuerwehrleute in den Schulen und Kindergärten. Ein Erfolg in der Samtgemeinde Hanstedt ist in jedem Falle die Arbeit der Jugendfeuerwehr, die am Ende letzten Jahres 169 Mitglieder in neun Jugendfeuerwehren verzeichneten und der Zulauf immer noch anhält. Bei den Problemen der 15 Feuerwehren stellte Behrens fest, daß die Führerscheinproblematik auch die Feuerwehren der Samtgemeinde Hanstedt sehr beschäftige. Hier kommt, daß Fahrzeuge und auch Gerätschaften sehr oft älter als 25 Jahre werden. Auch die zunehmende Bürokratie und die abnehmende Bereitschaft, sich in der Feuerwehr für den nächsten einzusetzen sowie der Mangel an Führungskräften werde den Feuerwehren in den nächsten Jahren zusetzen. Viele Feuerwehrleute müssten zur täglichen Arbeit aus der Samtgemeinde Hanstedt ins Umland oder nach Hamburg fahren, und stehen im Einsatzfall nicht zur Verfügung. Behrens hoffe, daß vielleicht in Zukunft auch mehr Frauen die Feuerwehr entdecken und hier mitmachen. Momentan hat die Samtgemeinde Hanstedt schon einen Feuerwehrfrauenanteil von 10 Prozent.
Kreisbrandmeister Dieter Reymers berichtete anschließend aus dem Landkreis Harburg mit den insgesamt 108 Freiwilligen Feuerwehren. Hier legte er die besonderen Gefahrenpunkte im Landkreis Harburg dar und beschrieb die besondere Lage zu der Großstadt Hamburg, sowie der damit verbundenen Besonderheit bei der Gefahrenabwehr.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurden verbandliche Themen angesprochen wie die Führerscheinproblematik, demographische Entwicklung, Förderung des Ehrenamtes, Ehrenamtskarte sowie die Unterstützung der Führungskräfte in der Feuerwehr und die Brandschutzerziehung.
Zu aller Letzt bat der Kreisbrandmeister darum, sich für die Vergabe eines Messfahrzeuges durch das Land Niedersachsen über den Bund für den Landkreis Harburg einzusetzen.
Am Ende der Veranstaltung bedankten sich die CDU / FDP- Landtagsabge-ordneten des Innenarbeitskreises sowie der Innenminister Uwe Schünemann für diese aufschlussreichen Informationen, die sie von der Basis mitnehmen konnten. Da man sehr eng mit dem Landesfeuerwehrverband in Kontakt stehe, werde man einige der angesprochenen Themen zukünftig bearbeiten, so der Innenpolitscher Sprecher der CDU- Landtagsfraktion Hans-Christian Biallas.
Foto und Bericht: Arne Behrens
Foto zeigt von Links: GBM-V- Arne Behrens, KBM Dieter Reymers, zwei Mitglieder des Ausschusses, OBM Carsten Röhrs, Nds. Innenminister Uwe Schünemann, Michael Grosse- Brömer, dann Auschußmitglieder mit der Jugendwartin von der Feuerwehr Hanstedt Conny Gruner, SG Bürgermeister Volker Hintz und der Organisator und Ausschussmitglied Andre Wiese.